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 Frl. Zapf´s skurrile Foto-Stories exklusiv in SUBWAY

Eine statistische Erhebung der Initiative zur Rettung der Hausfrauenlyrik hat es unlängst an den Tag gebracht. Die Zahl der in Braunschweig lebenden Schriftschaffenden mit Hang zum Weltruhm ist in den letzten Jahren proportional zur Menge der installierten Parkschein-Automaten gestiegen. Das ist erquickend. Weniger erquickend ist die Tatsache, daß es sich bei den zukünftigen Nobelpreisträgern beinahe ausschließlich um Knaben handelt. Um den Unkundigen zu läutern, sei an dieser Stelle nur auf Hartmut „Ellenbogenfraktur“ Kurdi hingewiesen – Braunschweigs Speerspitze im Kampf gegen die Zuckerrüben-Industrie und, was viele nicht wissen, Vorsitzender der Anneliese - Rothenberger - Gedächtnis - Stiftung. Die textverarbeitenden Mitbürgerinnen dagegen spielen, so sie denn überhaupt bereit sind, einmal das Trainingslager zu verlassen, eher im semi-professionellen Bereich. Um so erfreulicher ist daher der Umstand zu bewerten, daß unsere ockerfarbene Heimatstadt mit Frl. Zapf seit der letzten Saison eine Literaturikone am Start hat, die auch im internationalen Wettbewerb bestehen kann.

Ihr Debüt gab die medienscheue Hausstaubliebhaberin im September ’97 beim Poetry Slam anlässlich des jährlich in Hannover stattfindenden „Buchfrust“-Festivals. Ihre Ode an den Kaiserschnitt fand allseitige Beachtung und hätte, bei korrekter Bewertung, lässig für die Teilnahme an der Endrunde gereicht. Leider bestand die Jury einmal mehr aus crackabhängigen Frührentnern und skorbutkranken Freizeitveganern. Ein frühes Ausscheiden der jungen Wortakrobatin war damit vorprogammiert. Kein Grund für die anwesende Abordnung der braunschweiger Kulturmafia, Mistress Zapf nicht sofort einen Praktikanten-Vertrag anzubieten. Welch fundierte Berechtigung dieser Vertrauensvorschuß besaß, bewies die mit Geld und Jägermeister geförderte Nachwuchsathletin bereits ein halbes Jahr später, als sie beim Slam in Mainz mit einer legendären Performance die Goldmedaille abgreifen konnte. In der Folgezeit flogen der sympathischen Hinrichtungshostess die Triumphe mit beinahe galaktischer Leichtigkeit zu. Sie erhielt das begehrte Martina-Hingis-Schweißtuch am blauen Band, gewann die offenen kirgisischen Stabreim-Meisterschaften und wurde für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen.

Anstatt sich nun aber von Ruhm und Geld die Gesinnung verseuchen zu lassen, blieb der hochmusikalische Backfisch auf dem Boden der Tugend. Sie verzichtete auf Presserummel, ließ Homestorys und gesellschaftliche Großereignisse links liegen, zog sich stattdessen in eine finnische Schwitzhütte zurück, um in Ruhe über den Sinn von Fliegengittern nachzudenken. Für all die ungezählten Fans, die sich gefragt haben, wie lang die Schaffenspause noch anhalten würde, gibt es nun endlich Erlösung. Fräulein Zapf (wie Frl. Zapf in Physiklehrerkreisen genannt wird) ist wieder am Start, und sie ist besser als je zuvor. Gab es ihre skurrilen Stories über betrunkene Mitesser und kopulierenden Kohlrabi bisher nur im reinen Textformat („Frl. Zapfs segensreiche Tage), so kommen die neuesten Werke reich und liebevoll bebildert (quasi als Fotoromane) daher. Die pädagogisch hochwertigen Storys mit zahllosen Querverweisen auf Braunschweig erscheinen ab sofort jeden Monat exklusiv in SUBWAY. Erwähnenswert ist dabei, daß das gesamte Konzept und dessen aufwendige Umsetzung in Eigenregie entstehen, womit der Beweis erbracht wäre, daß es sich bei Frl. Zapf nicht nur um eine großartige Schriftstellerin, sondern auch um ein echtes As am Computer handelt.

Text: Jan Off

 
Sir Jan Off
Geboren im Jahr des Herrn 1967 in Craiova, Bulgarien;
Studium der Mikrochirurgie und der Strahlenphysik; danach Holzfällerlehre und dreijähriger Aufenthalt in einem Lungensanatorium an der Schwarzmeerküste. 1991 Umzug nach Deutschland. 1994 als "Volksschädling" zu drei Jahren verschärfter Zwangsarbeit in den Kaliminen Südostniedersachsens verurteilt. 1996 vorzeitige Entlassung.
Zur Zeit Importeur abgehalfterter amerikanischer Semiprominenter; nebenbei als Leprakranker bei Hochzeiten und Familienfeiern tätig. Mitglied der kulturbolschewistischen Internationale.
Mitglied des Vereinsvorstandes von TRAKTOR TSCHELJABINSK.

 

5 jahre produzierte freuleinzapf trashige fotoromane für das braunschweiger veranstaltungsmagazin subway. jeden monat entstand eine neue geschichte mit 16 kleinen bunten bildern. begonnen hatte alles im dezember 1998 mit einer geschichte über den weihnachtsmann und endete genau fünf jahre später im dezember 2003 mit einer geschichte über prothesen.

 

 
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